Mittwoch, 4. Januar 2017

"Pullerpause im Tal der Ahnungslosen"

Es war einmal ein Land namens DDR: "Pullerpause im Tal der Ahnungslosen"!

Franziska Gehm
Pullerpause im Tal der Ahnungslosen
978-3-95470-147-6
Klett Kinderbuch Verlag
Alter: 9+

Der elfjährige Jobst und seine Mutter Susanne haben einen ganz besonderen Koffer. Wenn man eine Jahreszahl am Zahlenschloss einstellt, kann man damit durch die Zeit reisen. Gerade sind die beiden von einem Abenteuerurlaub im Mittelalter zurück und unterwegs nachhause in die Gegenwart, als Susanne ganz dringend aufs Klo muss. Also legen sie eine Pullerpause im Jahr 1987 ein, in einem seltsamen Land namens DDR. Jobst passt nur einen Moment nicht auf, weil er ein Auto aus Pappe (auch bekannt als Trabi) bewundert, und schon ist es passiert. Der Koffer ist weg. Jetzt sitzen sie hier fest. Susanne erhofft sich Hilfe von der Polizei, doch die halten sie für völlig übergeschnappt und sind kurz davor, sie festzunehmen. Theaterregisseur Frank kommt ihr zu Hilfe. Er bietet Susanne und Jobst an, in seiner Datsche zu wohnen, und Susanne soll im Theater für eine Schauspielerin einspringen, die sich in den Westen abgesetzt hat. Jobst freundet sich mit Franks Tochter Jule und deren besten Freund an, dem Bud-Spencer-Fan Torsten, den alle nur Letscho nennen, weil er verrückt nach der gleichnamigen, eingelegten Paprika ist. Mit Jule und Letscho macht sich Jobst auf die Suche nach dem Koffer. Für jemanden, der aus dem Westen von Übermorgen kommt, ist es natürlich nicht leicht, sich in der DDR zurecht zu finden. Sie suchen im „Konsum“ und in der Sammelstelle für Altstoffe und legen sich mit Patrizia und Ingo vor dem Haus der Pioniere an. Jobst fällt ein Mann mit beigefarbener Jacke und „Legomännchen-Frisur“ auf, der ihnen folgt und später auch bei der Datsche herumlungert. Während Jobst so schnell wie möglich in seine Zeit zurück möchte, fühlt sich Susanne hier sehr wohl. Sie mag dieses merkwürdige, kleine, graue Land und seine Menschen. Die Kinder folgen einer heißen Spur, die sie zu VEB Lederwaren führt. Mit einer Gruppe Pioniere von den Ferienspielen schleichen sie sich hinein. Leider finden sie den Koffer dort nicht. Dafür entdecken sie einen Koffer am Busbahnhof, der dem Zeitreisekoffer verblüffend ähnlich sieht. Nach einer halsbrecherischen Flucht in einem gestohlenen Trabi, mit Letscho am Steuer, müssen sie jedoch feststellen, dass es der falsche Koffer ist. Allmählich beginnt Jule, Jobst die Sache mit der Zeitreise zu glauben. Bei einer Grillparty in der Datsche meint Frank, es ginge das Gerücht um, dass sich „Horch und Guck“ den Koffer geschnappt hat. Jule muss den ahnungslosen Jobst erst einmal über die Stasi aufklären, damit er das versteht. Jobst will einfach zur Stasi gehen und den Koffer verlangen, doch so einfach ist das nicht. Man weiß ja nicht, wer dazu gehört und wer nicht. Jule ist sich jedoch sicher, dass Patrizias Eltern bei der Stasi sind, also quetschen sie Patrizia auf dem Spielplatz aus. Sie verlangt für Informationen eine Levis-Jeansjacke, einen Walkman und Aerobic-Stulpen in Neonfarben. Jobst hat keine Ahnung, wo er die Sachen herbekommen soll. Patrizia verrät immerhin, dass der Koffer in Berlin ist, bei Erich Honecker persönlich, der regelrecht besessen davon ist und ihn nicht aus den Augen lässt. Wie sollen sie den Koffer bloß wiederbekommen? Die Kinder schmieden einen Plan. Sie schreiben Honecker einen Brief und laden ihn zu einen exklusiven Sondervorstellung ins Theater ein. Tatsächlich kommt eine Zusage. Aber wird Honecker den Koffer auch bei sich haben? Und was hat es eigentlich mit dem kleinen Jungen auf sich, der Jobst Dominik nennt und als Verräter beschimpft?
Auf zur Kofferjagd! Eine verrückte Zeitreise in die DDR, nicht nur für Kinder. Auch die älteren Leser, die (wie ich) dieses Land noch kennen, werden sich köstlich amüsieren!
Viel Spaß beim Lesen!!!

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